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7. April 2026 · 7 Min. Lesezeit

S/4HANA-Migration: Die 10-Schritte-Checkliste für CIOs

Das Ende der SAP ECC-Wartung rückt näher. Für viele Unternehmen in der DACH-Region bedeutet das: Die S/4HANA-Migration ist keine strategische Option mehr, sondern eine operative Notwendigkeit. Trotzdem scheitern laut Branchenerhebungen rund 70 Prozent der SAP-Transformationsprojekte an Budget, Zeitplan oder Scope — oft nicht an der Technologie, sondern an Planung und Governance.

Als Projektmanagement-Beratung begleiten wir bei Mohr Consulting seit Jahren SAP-Transformationen im Mittelstand und bei Konzernen. Diese Checkliste fasst zusammen, was CIOs vor und während der Migration auf dem Schirm haben müssen.


1. Ist-Analyse: Wo stehen Sie wirklich?

Bevor Sie über Migrationspfade sprechen, brauchen Sie Klarheit über den Status quo. Welche SAP-Module sind im Einsatz? Wie viele Custom-Entwicklungen existieren? Wie ist die Datenqualität in den Kernprozessen?

Viele Unternehmen unterschätzen diesen Schritt. Eine saubere Bestandsaufnahme — technisch und prozessual — ist die Basis für alle weiteren Entscheidungen. Tools wie SAP Readiness Check helfen, geben aber nur die technische Perspektive. Die fachliche Bewertung muss dazukommen.

2. Migrationspfad wählen: Brownfield, Greenfield oder Selective Data Transition

Die Wahl des Migrationspfads ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen. Sie bestimmt Aufwand, Dauer und Risiko des gesamten Projekts.

Brownfield (System Conversion) konvertiert das bestehende System nach S/4HANA. Vorteil: Daten und Customizing bleiben erhalten. Nachteil: Altlasten werden mitgenommen.

Greenfield (New Implementation) bedeutet einen Neuanfang auf der grünen Wiese. Vorteil: Chance, Prozesse komplett neu zu denken. Nachteil: Deutlich höherer Aufwand.

Selective Data Transition kombiniert beide Ansätze: neue Prozesse mit selektiver Datenmigration. Bietet Flexibilität, erfordert aber die meiste Planungskompetenz.

3. Business Case sauber aufsetzen

Eine S/4HANA-Migration kostet. Je nach Unternehmensgröße sprechen wir von sechsstelligen bis achtstelligen Budgets. CIOs, die ohne soliden Business Case starten, verlieren spätestens bei der ersten Budgeteskalation die Rückendeckung des Vorstands.

Der Business Case sollte auch die Kosten des Nicht-Handelns enthalten: steigende Wartungskosten für ECC, fehlende Innovation, Compliance-Risiken und der zunehmende Fachkräftemangel für ECC-Know-how.

4. Governance-Struktur definieren

Wer entscheidet was? SAP-Transformationen scheitern selten an fehlender Technologie, sondern an unklaren Verantwortlichkeiten. Ein Lenkungsausschuss mit Entscheidungskompetenz, ein Projektleiter mit Durchsetzungskraft und ein PMO, das nicht nur reportet, sondern steuert — das ist die Mindestvoraussetzung.

Besonders wichtig: Die Fachbereiche müssen von Anfang an eingebunden sein. SAP S/4HANA ist kein reines IT-Projekt.

5. Datenqualität prüfen und bereinigen

Daten sind der größte Risikofaktor bei jeder SAP-Migration. S/4HANA ist deutlich weniger tolerant gegenüber Inkonsistenzen als ECC. Fehlerhafte Stammdaten, doppelte Kreditoren, inkonsistente Materialstämme — was im alten System funktionierte, kann im neuen System zu Abbrüchen führen.

Starten Sie die Datenbereinigung parallel zur Planung, nicht erst kurz vor der Migration.

6. Custom Code bewerten und reduzieren

Clean Core bedeutet, Eigenentwicklungen auf ein Minimum zu reduzieren und stattdessen Standard-Funktionalität zu nutzen. Analysieren Sie jede Z-Entwicklung: Wird sie noch genutzt? Gibt es eine Standardlösung in S/4HANA? Erfahrungsgemäß können 30-50 Prozent der Eigenentwicklungen eliminiert werden.

7. Change Management von Tag 1 einplanen

Nur 17 Prozent der Unternehmen starten Change-Management-Initiativen als Vorbereitung auf die SAP-Migration, obwohl 61 Prozent bestätigen, dass es sich um ein Transformationsprojekt für das gesamte Unternehmen handelt. Schulungen, Kommunikation und Key-User-Programme sind keine Kür, sondern Pflicht.

8. Partner und Berater strategisch auswählen

Achten Sie nicht nur auf SAP-Zertifizierungen, sondern auf nachweisbare Erfahrung mit Ihrem Migrationspfad, Ihrer Branche und Ihrer Unternehmensgröße. Trennen Sie außerdem die Rollen: Der Implementierungspartner sollte nicht gleichzeitig das Projektmanagement übernehmen.

9. Testmanagement ernst nehmen

Planen Sie mindestens drei Testrunden ein: Integrationstests, User Acceptance Tests und einen vollständigen Regressionstest vor Go-Live. Für kritische Geschäftsprozesse sind automatisierte Tests unverzichtbar.

10. Go-Live und Cutover minutiös planen

Die Cutover-Planung muss bis auf Stundenebene durchgeplant und mindestens einmal als Dry Run durchgespielt werden. Definieren Sie klare Go/No-Go-Kriterien und planen Sie einen Hypercare-Zeitraum von mindestens vier Wochen nach Go-Live ein.


Das Wichtigste auf einen Blick

1. Die richtige Wahl des Migrationspfads bestimmt den Projekterfolg mehr als jede technische Entscheidung.

2. Datenqualität, Custom Code Reduktion und Change Management sind die drei häufigsten Ursachen für Projektprobleme.

3. Unabhängige Projektsteuerung ist keine Kostenposition, sondern eine Versicherung.

4. Die Migration ist kein IT-Projekt. Sie ist eine Business-Transformation.

5. Wer erst 2027 anfängt zu planen, wird unter extremem Zeitdruck arbeiten.


Nächster Schritt

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